Herwegh, Georg

 

  • geb. 31.5.1817 in Stuttgart
  • gest. 7.4.1875 in Baden-Baden

Deutscher Schriftsteller; der Sohn eines Gastwirts studierte Theologie am Tübinger Stift, wurde aber von dort relegiert, arbeitete danach als Journalist und Übersetzer, mußte Deutschland, weil er einen Offizier beleidigt und mit Strafe zu rechnen hatte, verlassen, ließ sich in der Schweiz nieder, wo er Gedichte eines Lebendigen (2 Bde., 1841-43) veröffentlichte, die mit schwungvoll-rhetorischen Versen für Freiheit und Vaterland stritten. In Paris, wo er sich von Herbst 1841 bis Februar 1842 aufhielt, traf er dort mit dem überzeugten Demokraten Heinrich Heine zusammen, der 1831 nach Beginn der französischen Juli-Revolution sich dort niedergelassen hatte. Während der Revolution von 1848 war er aktiv im badischen Aufstand, mußte aber nach dessen Scheitern wiederum in der Schweiz Schutz suchen.

Inschrift:

            Von den Mächtigen verfolgt,
               Von den Knechten gehasst,
               Von den Meistern verkannt,
               Von den Seinen geliebt.

                                  Der Freiheit eine Gasse! (1. Strophe)

               Vorm Feinde stand in Reih und Glied
               Das Volk um seine Fahnen,
               Da rief Herr Struthahn Winkelried:
               “Ich will den Weg euch Bahnen!
               Dir, Gott, befehl’ ich Weib und Kind,
               Die ich auf Erden lasse -”
               Und also sprengt’ er pfeilgeschwind.
               Der Freiheit eine Gasse!

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Liestal, Kt. Basel

Bilder: Dieter Georg (2004)

Bergengruen, Werner

 

 

  • geb. 16.9.1892 in Riga
  • gest. 4.9.1964 in Baden-Baden

Deutscher Schriftsteller; galt im 3. Reich als politisch unzuverlässig und wurde 1937 aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen; glaubte, daß ein Dichter die Pflicht habe, die ewigen Ordnungen offenbar zu machen.

Werke u.a.: Die heile Welt (1950), Figur und Schatten (1958). Erzählungen und Romane: Der Großtyrann und das Gericht (1935), Der Rittmeister (1952), Der dritte Kranz (1962).

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Baden-Baden, Stadtfriedhof (Feld 29,4)

Metalious, Grace née Marie Grace De Repentigny

 

 

 

 

By courtesy of Jack Stalnaker

  • geb. 8.9.1924 in Manchester (New Hampshire)
  • gest. 25.2.1964 in Gilmanton

US-amerikanische Schriftstellerin; in ärmliche Verhältnisse hineingeboren, Hausfrau und Mutter, mit einem schlechtbezahlten Lehrer an einer Provinzschule verheiratet, begann sie früh zu schreiben. Ihr Mann riet ihr zu, einen Text zu veröffentlichen, an dem sie bereits 1955 zu schreiben begonnen hatte, bevor sie nach Gilmanton zogen war, ein Ort, dessen Bewohner ihr den Inhalt übelnahmen, obwohl er nicht auf sie gemünzt war. Alle bis auf einen von einer Frau geleiteten New Yorker Verlag lehnten eine Veröffentlichung (1956) ab. Die “Pandora in Blue Jeans” beschreibt in dem Roman Peyton Place das bigotte Verhalten der amerikanischen Mittelklasse in den 1950er Jahren. Der Roman, der auch verfilmt wurde (mit Lana Turner, 1957), löste im puritanischen Amerika landesweit einen Skandal aus, weil er einen Blick hinter die Kulissen erlaubte, die dunklen Seiten des Verhaltens einer neuenglischen Gesellschaft decouvrierte und für die 1950er Jahre sehr freizügige sexuelle Passagen enthielt. Er veränderte nachhaltig die Themen, die Verlage publizierten und damit das gesellschaftliche Verständnis und wurde zum ersten wirklichen “Bestseller” in der Verlagswelt (mehr als 1 Jahr lang in der Bestenliste der NYT). Das Buch wurde zeitweise verboten, durfte z.B. nicht in das benachbarte Kanada eingeführt werden. Da renommierte Kritiker ihr Buch verrissen, begann sie - trotz ihres persönlichen, auch finanziellen Erfolges (es wurden mehr als 8 Millionen Exemplare verkauft) - wieder zu trinken. Sie starb an den Folgen des Alkoholismus im Alter von nur 39 Jahren.

Werke u.a.: Return to Peyton Place (1959), The Tight White Collar (1961), No Adam in Eden (1963).

Weitere Informationen unter: http://www.fawi.net/Grace/GMLinks.html

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Gilmanton, Belknap County, NH, (USA) Smith Meeting House Cemetery

Jacobi, Johann Georg

 

  • geb. 2.9.1740 in Düsseldorf
  • gest. 4.1.1814 in Freiburg i. Breisgau

Deutscher Dichter und Publizist; der Sohn eines wohlhabenden Zuckerkaufmanns studierte in Göttingen Theologie und in Helmstedt, Marburg, Leipzig und Jena Jura und Philosophie. Obwohl er heutzutage gegenüber seinem Bruder, dem Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi, an Bekanntheit verloren hat, galt er zu seiner Zeit als eine Berühmtheit. Mit Christoph Martin Wieland 1773 gab er den Teutschen Merkur heraus und später mit Johann Jacob Wilhelm Heinse und mit Unterstützung von Goethe die Iris, eine literarische Vierteljahrsschrift für “Frauenzimmer”. In dieser hat Goethe z.B. Teile seiner Jugendlyrik publiziert. 1766 erhielt er eine Professur für Philosophie und Beredsamkeit in Halle. Als er im gleichen Jahr die Bekanntschaft Wilhelm Ludwig Gleims (*1719, +1803) machte,  bestärkte dieser Jacobi in seiner dichterischer Neigungen und verschaffte ihm, als er 1768 nach Halberstadt gezogen war, 1769 die Sinekure (i.e. entlohntes Amt ohne Amtspflichten) eines Kanonikus an der dortigen Kathedrale. In Halberstadt verfaßte Jacobi anmutige und tändelnde Liebes- und Trinklieder unter dem Einfluß englischer und französischer Lyriker im Stil des altgriechischen Lyrikers Anakreon. Diese Werke begründeten - obwohl Jacobi Protestant war - zwar seinen Ruf 1784 auf den Stuhl für schöne Künste und Wissenschaften an die katholische Universität in Freiburg, führten aber auch zu Angriffen u.a. seitens Goethe, der ihn als Herr von Säugling verspottete. Seine späteren Gedichte sind - von Goethe beeinflußt - ernsthafter.

                                  In der Mitternacht (1. Strophe)

               Todesstille deckt das Tal
               Bei des Mondes halbem Strahl;
               Winde flüstern dumpf und bang
               In des Wächters Nachtgesang.

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Bild: Hanns-Eckard Sternberg

Freiburg, Alter Friedhof

Bilder: Rhea Cote Robbins
Bilder oben & Mitte (Matthias Bauer (2003)

ca. 1974

Schriftsteller L