Hauptmann, Elisabeth

 

  • geb. 20.7.1897 in Willebadessen OT Peckelsheim (Krs. Höxter)
  • gest. 20.4.1973 in Berlin (Ost)

Deutsche Schriftstellerin; die spätere Geliebte Bertold Brechts kam 1922 nach Berlin, wo sie ab 1924 mit ihm zusammenarbeitete. Wie er war sie von 1934 bis 1949 in den Vereinigten Staaten. Nach seinem Tode im Jahre 1952 war sie Herausgeberin seiner Werke und arbeitete als Dramaturgin im Berliner Ensemble.

Auszeichnungen u.a.: Lessing-Preis der DDR (1961).

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Berlin, Friedhof Dorotheenstädt.u. Werdersche Gemeinde

Behan, Brendan Francis Aidan eigentl. Breandan O’Beachain

 

  • geb. 9.2.1923 in Dublin
  • gest. 20.3.1964 in Dublin

Irischer Dramatiker, Journalist und IRA-Aktivist; der Sohn eines Anstreichers wuchs  - aus einer kinderreichen Familie stammend - in ärmlichen Verhältnissen am Rand der Slums von Dublin auf. Bei seiner Geburt saß sein Vater, der in der Gewerkschaftsbewegung aktiv war, im Gefängnis wegen illegaler Aktionen ein. Auch Behan, der im Alter von 13 Jahren die Schule verlassen hatte und einer der bedeutendsten irischen Dramatiker des 20. Jahrhunderts werden sollte, saß wegen seiner Mitgliedschaft und seiner Aktivitäten in der IRA (Irish Republican Army), von der er sich 1939 hatte anwerben lassen, häufig in Besserungsanstalten bzw. Gefängnissen ein, so mit kurzen Unterbrechungen von 1939 bis 1947. Seine erste Haft verbüßte er, weil er im verhaßten England einen Bombenanschlag hatte ausführen wollen; er wurde jedoch noch vor Ausführung des Anschlags in Liverpool verhaftet. Kaum entlassen, wurde er bereits 1942 erneut verhaftet, weil er mit einem Mord an zwei Polizisten in Verbindung gebracht und zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Bei einer Generalamnestie kam er jedoch bereits 1946 wieder auf freien Fuß, um wenig später wegen anderer, geringfügigerer Delikte erneut einzusitzen. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis arbeitete er wie sein Vater es getan hatte, zunächst als Anstreicher, wurde dann 1947 nach einer erneute Freilassung aus einer kurzen Haft nach Frankreich abgeschoben, wo er in Paris als Journalist für den Rundfunk arbeitete und erstmals, von Albert Camus und Samuel Beckett ermutigt, ernsthaft mit dem Schreiben begann. Er hatte zwar schon während seiner zahlreichen Gefängnisaufenthalte begonnen, zu schreiben; seine Erlebnisse während der Haft verarbeitete er jedoch später in seinen Dramen, die er teilweise in englischer Sprache, teilweise auf gälisch verfaßte; und es gab zunächst nur einige wenige Abdrucke in der Literaturzeitschrift The Bell, ansonsten aber hatten seine Schriften wenig Echo gefunden. Um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, verfaßte er in dieser Zeit auch pornographische Texte. 1951 kehrte Behan nach Dublin zurück und wurde durch sein 1954 verfaßtes Theaterstück The Quare Fellow (dt. Der Spaßvogel bzw. Der Mann von morgen früh) nach dessen Aufführung am Dubliner Pike Theatre 1955 schlagartig auch als Schriftsteller bekannt (einen gewissen Bekanntheitsgrad anderer Art hatte er sich schon durch seine Sauftouren erworben). Als das Stück dann auch noch in England am Theatre Royal in Stratfort, der Geburtsstadt Shakespeares, aufgeführt worden war, war er ein auch international bekannter Bühnenautor geworden. 1962 wurde das Stück schließlich auch noch verfilmt. Der begabte Schriftsteller starb vorzeitig wegen seiner Unfähigkeit, mit dem Trinken aufhören zu können. Bis zu seinem Ende mußte er u.a. wegen Diabetes behandelt werden. In Deutschland hatte sich vor allen Dingen der Regisseur Peter Zadek der Stücke Behans für Bühneninszenierungen angenommen, aber auch das Stück The Hostage unter dem Titel Die Geisel wurde 1977 für einen Film mit O.E.Hasse, Hannelore Hoger und Peter Kern umgesetzt. Heinrich Böll und dessen Frau haben seine Werke teilweise ins Deutsche übersetzt.

Werke u.a.: Confessions of an Irish Rebel, The Hostage (1957, gälisch: An Giall; dt. Die Geisel), Richard's Cork Leg (dt. Richards Corkbein), Brendan Behan’s Island (1962), The Scarperer (1964, dt. Der Spanner).

Autobiographie: Ther Borstal Boy (158).

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Bild: Wolfgang Prokosch (04/2006)

Dublin, Glasnevin Friedhof

Bilder: Matthias Bauer (2006)

Eipper, Paul

 

  • geb. 10.7.1891 in Stuttgart
  • gest. 22.7.1964 in München

Deutscher Schriftsteller; wurde vor allen Dingen durch seine zahlreichen Tiernbücher bekannt. Eines seiner erfolgreichsten Bücher war Die gelbe Dogge Senta.

Werke u.a.: Tieren sehen Dich an, Tierkinder, Zirkus, Du, liebe Katze.

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Gleim, Johann Wilhelm Ludwig

 

 

  • geb. 2.4.1719 in Ermsleben (Ostharz)
  • gest. 18.2.1803 in Halberstadt

Deutscher Schriftsteller; studierte von 1738 bis 1741 an der Universität Halle (Saale) Jura und Philosophie. Dort gründete er mit Johann Peter Uz und Johann Nikolaus Götz (*1721, +1781) den anakreontischen Halleschen Freundeskreis. 1743 wurde er Hauslehrer in Potsdam und 1744 u.a. Sekretär des Prinzen Wilhelm von Brandenburg-Schwedt, den er in den 2. Schlesischen Krieg begleitete, und ein Jahr später Sekretär Leopolds I. von Anhalt-Dessau, des “alten Dessauer." Ab 1747 wandte er sich ganz der Literatur zu und wurde der führende Vertreter der Anakreontiker. Im Versuch in scherzhaften Liedern (2 Teile, 1744-45) besang er die Freuden der Liebe und des Weines. Außerdem verfaßte er Preußische Kriegslieder in den Feldzügen 1756 und 1757 von einem Grenadier (1758) sowie Epigramme, Oden, Fabeln, Romanzen und Balladen und Nachdichtungen Walters von der Vogelweide und der Minnesänger.  Er war mit u.a. Friedrich Gottlieb Klopstock, Moses Mendelssohn mit Herder, Johann Heinrich Voß und mit Johann Gottfried Seume befreundet.

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Bilder: Hanns-Eckard Sternberg (05/2006)

Halberstadt, Poetengang

Kaminski, André eigentl. Andrzei Henrik Kaminski

 

  • geb. 19.5.1923 in Genf
  • gest. 12.1.1991 in Zürich

Schweizerischer Schriftsteller; studierte Geschichte an den Universitäten in Genf und Zürich und war Privatdozent an der Genfer Universität. 1950 wanderte er nach Polen aus, dem Land, aus dem sein Vater, ein Psychiater, stammte. Als er dort 1968 ausgewiesen wurde, ging er zunächst nach Israel, arbeitete dann in der Schweiz als Dramaturg und Drehbuchautor. Bekannt wurde Kaminski durch seinen 1986 veröffentlichten Roman Nächstes Jahr in Jerusalem.

Werke u.a.: Der Irrtum des Archimedes, Verdammte dieser Erde (beide 1970), Herzflattern (1984), Schalom allerseits (1987), Adam, Eva und die Dampfwalze, Der Sieg über die Schwerkraft und andere Erzählungen (beide 1990), Kiebitz (1991).

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Zürich, Friedhof Nordheim

Bilder: Wolfgang Prokosch (06/2006)

Marlitt, Eugenie eigentl. Friederieke Henriette Christiane Eugenie John

 

  • geb. 5.12.1825 in Arnstadt (Thüringen)
  • gest. 22.6.1887 bei Arnstadt

Deutsche Schriftstellerin; die in Wien ursprünglich zur Sängerin ausgebildete Tochter eines Kaufmanns mußte wegen Hörproblemen ihre als Kammersängerin erfolgreich begonnene Karriere bereits 1853 aufgeben; statt dessen arbeitete sie für ihre Gönnerin, die Fürstin Schwarzburg-Sondershausen als Gesellschaftsdame, bis diese gezwungen war, die Zahl der Dienstboten und Angestellten zu reduzieren und auch Eugenie John 1863 zu entlassen. Sie zog daraufhin zu ihrem Bruder Alfred nach Arnstadt bis sie die Villa Marlitt erbauen ließ, die sie 1871 mit ihm bezog. Ihre schriftstellerische Karriere hatte begonnen, nachdem sie einige Erzählungen an die Redaktion der Zeitschrift Die Gartenlaube in Leipzig gesandt hatte. 1865 erschien unter ihrem Pseudonym E. Marlitt eine Novelle und ein Jahr später ihr erster Roman Goldelse, der so erfolgreich wurde und sie so bekannt machte, daß die Berliner die vergoldete Göttin auf der Siegessäule “Goldelse” nannten.

Werke u.a.: Das Geheimnis der alten Mamsell (1867), Reichsgräfin Gisela (1869), Die zweite Frau (1873), Die Frau mit dem Karfunkelstein (1885).

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Arnstadt, Alter Friedhof

Bild: Josef Aschenbrenner (08/2008)
Bild: Claus Harmsen (04/2006, stones & art)
Schriftsteller LXXVI