Würzburg, Hauptfriedhof
Locarno-Minusio
Rottach-Egern, Alter Friedhof
Ravenna, Franziskanerkloster
Paris, Cimetière du Montmartre
Göttingen, Stadtfriedhof




Heine,Christian Johann Heinrich eigentl. Harry Heine

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Deutscher Dichter; Sohn eines Tuchhändlers, kaufmännische Lehrzeit in Frankfurt am Main und Hamburg, studierte mit finanzieller
Unterstützung seines reichen Onkels Salomon aus Hamburg (“mein teurer Neffe”) von 1819 bis 1825 in Bonn und Göttingen, wo er wegen eines Duells relegiert wurde, und in Berlin Jura, Abschluß mit
Promotion, trat 1825 zum christlichen Glauben (Protestantismus) über, da Juden einen juristischen Beruf in Deutschland nicht ausüben durften, ohne jedoch den Beruf auszuüben, nannte sich ab
diesem Zeitpunkt Heinrich. Heine verkehrte u.a. im literarischen Zirkel von Rahel Varnhagel. Neben Dichtern wie
Ludwig Tieck hatten der Philosoph Hegel einen großen Einfluß auf den jungen Heine. Von 1827 bis 1831 lebte Heine in England, wo er die Familienkasse sehr strapazierte, und Italien sowie in verschiedenen Städten
Deutschlands. Zeit seines Lebens bekam er die Kritik und Willkür obrigkeitlicher Zensur zu spüren. Seine Kritik richtete sich in erster Linie gegen das überholte Feudalsystem der deutschen Königreiche
und Duodezstaaten. Seine scharfen Angriffe waren von den Zeitgenossen gefürchtet. Als man 1835 die gesamten Schriften des Jungen Deutschland verbot, waren auch Heines Schriften hiervon
betroffen (offiziell bis in die 1960er Jahre), nachdem sie in “zivilisierten” Sprachen (Französisch, Italienisch und Spanisch) veröffentlicht worden waren (auf Veranlassung
Fürst Metternichs, der Zeit seines Lebens Angst vor der Revolution hatte, und unter Einschaltung auch des Papstes Gregors XVI.). Trotz seiner scharfen Kritik und Polemik gegen die deutschen Zustände ging es ihm nie
allein um eine bürgerliche Revolution. Seine zeitkritischen Schriften kreisten stets auch um die Vision einer am Lebensgenuß orientierten Idealgesellschaft, weshalb er sich nie einer Partei oder Bewegung
fest anschloß. Weniger aus Oppositionsgeist als aus Unbehagen am (auch antisemitischen) politischen Klima, ging er 1831 als Korrespondent der Augsburger Allgemeinen Zeitung nach Paris, wo
er im August 1841 die illegitimen Tochter einer Bäuerin aus dem Dorf
Vinot, Crescentia Eugénie Mirat, heiratete, die mit
15 Jahren nach Paris gekommen war und bei ihren Tanten in einem Pariser Schuhladen arbeitete und die er Mathilde nannte. 1848 erkrankte Heine an einer Rückenmarksschwindsucht, so daß er nur noch auf 6 übereinandergestapelten Matratzen
ruhen konnte, die er selbst seine ”Matratzengruft” nannte. In Paris verbrachte er - mit Ausnahme zweier kurzer Deutschlandreisen - den Rest seines Lebens. Er, der heute stolz als deutscher Dichter gelobt wird, wurde in Preußen und
andernorts in Deutschland scharf angegriffen, während des Dritten Reichs totgeschwiegen, und seine “Loreley” wurde als ein altes Volkslied bezeichnet.
Werke u.a.: Reisebilder, Buch der Lieder, Geschichte der neueren schönen Literatur in Deutschland, Deutschland, Ein Wintermärchen, Atta Troll.
Die schlesischen Weber
Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
“Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöten
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt -
Wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt,
Und uns wie Hunde erschießen läßt -
Wir weben, wir weben!
Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt -
Wir weben, wir weben!
Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht -
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch,
Wir weben, wir weben!”
[Heine: Nachlese]
Inschrift: Wo wird einst des Wandermüden
Werd ich wo in einer Wüste Immerhin! Mich wird umgeben
Letzte Ruhesrätte seyn?
Unter Palmen in dem Süden?
Unter Linden an dem Rhein?
Eingescharrt von fremder Hand?
Oder ruh ich an der Küste
Eines Meeres in dem Sand?
Gotteshimmel, dort wie hier,
Und als Todtenlampen schweben
Nachts die Sterne über mir.

Andreas-Salomé, Lou née Louise von Salomé

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Deutsche Schriftstellerin und Psychoanalytikerin; das sechste Kind eines Generals deutsch-baltischer Herkunft begann 1880 in
Zürich Studien der Religions- und Kunstgeschichte, muß diese jedoch im Sommer 1881 aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Diese waren auch der Anlaß, 1882 nach Rom zu reisen; dort lernte sie Malvida von Meysenbug kennen und traf erstmals Paul Rée, mit dem sie in Berlin bis 1885 zusammenleben wird, und Friedrich Nietzsches. 1886 verlobte sie sich mit dem Orientalisten Prof. Friedrich Carl Andreas und heiratete ihn im Jahr
darauf. Ab 1890 verfaßte sie auch Gedichte und Romane und regelmäßig Beiträge für die Freie Bühne und Das literarische Echo, später erschienen ihre theoretischen Schriften zur Psychoanalyse und Anthropologie. Sie unterhielt Kontakte u.a. zu Gerhart Hauptmann, Frank Wedekind, Max Halbe, Arthur Schnitzler
und
Hugo von Hofmannsthal, die sie auf einer Reise nach Wien kennengelernt hatte. 1897 lernte sie Rainer Maria Rilke in München kennen, mit dem sie eine Liebesbeziehung und - trotz einer Krise - lebenslange Freundschaft verband. 1911 knüpfte sie Kontakte zum Kreis der Wiener Psychoanalytiker, studierte bei Alfred Adler und wurde Schülerin und Vertraute Sigmund Freuds. Die letzten Jahrzehnte ihres Lebens praktizierte in Göttingen selbst als Psychoanalytikerin. Werke:
Im Kampf um Gott (1885), Ibsens Frauengestalten (1892), Friedrich Nietzsche

Französischer Dichter; der aus einer adeligen Familie stammende Musset führte nach dem Besuch des Collège Henri-IV und einem
abgebrochenen Jura- und bzw. Medizinstudium zeitweise das Leben eines Salon- und Caféliteraten. Nach dem Tode seines Vaters beschloß er sich ganz der Literatur zu widmen und begann Theaterstücke zu verfassen. Ebenso wie der Kritiker
Charles-Augustin Sainte-Beuve gehörte er der von dessen Freund Victor Hugo gegründeten Künstlervereinigung
Cénacle an, von der er sich jedoch 1831 wieder löste. Im Jahr zuvor waren die Contes d'Espagne et d'Italie (dt. Spanische und italienische Erzählungen), eine Sammlung äußerst
formvollendeter Gedichte im Stil der Romantik, erschienen. Seine schmerzhafte Liebe zu George Sand
, die 1835 nach zwei Jahren endete, stellte er in Les confessiones d’un enfant du siècle (1836, dt. Bekenntnisse eines Weltkindes) dar. 1852 erfolgte die Aufnahme in die Akademie.
Werke u.a.: Poésies nouvelles, Namouna, Rolla.
Deutscher Dichter; arbeitete, bevor er freischaffender Künstler werden konnte, im Fotoatelier seines Vaters, sein ursprünglicher Berufswusch
war es allerdings, Maler zu werden. Seine zahlreichen Reisen, besonders die nach Asien, weckten sein Interesse für die Kunst Ostasiens und beeinflußten seine Werke. Seine Lyrik bzw. Prosa
machte ihn zu einem der bedeutendsten Vertreter des Impressionismus in Deutschland. Er starb in der Internierung während des 1. Weltkrieges, wurde jedoch 1930 nach Würzburg überführt. Werke u.a.:
Phallus (1897), Die geflügelte Erde (1910), Die acht Gesichter am Biwasee (1911).
George, Stefan Pseudonyme Edmund Lorm und Ruchus Herz
Deutscher Dichter, Lyriker; der Sohn eines Gastwirts und Weinhändlers studierte Romanistik, Philosophie
und Kunstgeschichte in Berlin, München und Paris. Seine Vision eines nach klassisch-aristokratischen Idealen gestalteten neuen Deutschland versuchten die Nationalsozialisten zu Propagandazwecken zu mißbrauchen, da sie George als einen
Geistesverwandten erachteten; diesem Versuch einer Vereinnahmung entzog er sich 1933 durch Emigration in die Schweiz. Werke: Das Jahr der Seele, Maximin, Der siebte Ring.
Deutscher Schriftsteller; war Dramaturg am Wiener Ringtheater, dann Feuilletonredakteur in Wien, ab 1895 in München; schrieb Erzählungen über Liebes- und Gebirgsromantik. Viele seiner Romane wurde - teilweise mehrfach- verfilmt.
Werke u.a.: Der Herrgottschnitzer vom Ammergau (1880), Der Klosterjäger (1892), Die Martinsklause (1894), Schloß Hubertus (1895), Das Schweigen im Walde (1899), Der Mann im Salz.
Italiens größter Dichter; einer Familie niedrigen Adels entstammend verlor er bereits im Alter von 10 Jahren seine Mutter und neun Jahre später seinen Vater. Nach eigenem Bekunden war die Begegnung mit der Florentinerin Beatrice (*1266, +1290) im Jahre 1274 eine Wende in seinem Leben. Um 1293 heiratete D. Gemma Donati, die ihm zwei Töchter und drei Söhne gebar. Ab 1295 nahm er aktiv am politischen Leben teil, bekleidete verschiedene Ämter, wurde 1302 wegen Opposition zu Papst Bonifatius VIII. verbannt und zum Tode verurteilt, auch über seine Söhne wurde der Bannfluch und das Todesurteil ausgesprochen. Er lebte weiterhin im Exil, zog durch verschiedene Orte Italiens in verschiedenen Diensten, lebte 1314 in Lucca und in den letzten Jahren in Ravenna im Dienst des Fürsten Guido da Polenta.
Als unseres Lebens Mitte ich erklommen,
Befand ich mich in einem dunklen Wald,
Da ich vom rechten Wege abgekommen.
Wie schwer ist’s, zu beschreiben die Gestalt
Der dichten, wilden, dornigen Waldeshallen,
Die, denk ich dran, erneu’n der Furcht Gewalt.
[Dante, Beginn der Göttlichen Kömödie]

Mittelhochdeutscher Dichter über dessen Herkunft und Stand nichts bekannt ist (einziges authentisches Lebenszeichen außerhalb seiner Dichtungen ist eine
Quittung einer Geldgabe für den Kauf eines Pelzrocks, empfangen am 12.11.1203 in Zeiselmauer, Niederösterreich). Die Beschäftigung mit den Problemen und Auswirkungen gesellschaftlicher Stellung in seinen
Liedern legt jedoch die Vermutung nahe, daß er eher niederer Abkunft war. Vermutlich in Niederösterreich geboren, stand er schon früh in Diensten des Wiener Hofes, den er vermutlich nach dem Tod Herzog Friedrichs
I. (1198), verließ; er lebte danach als fahrender Berufssänger bzw. stand im Dienst verschiedener Landesfürsten u.a. bei Landgraf Hermann I. von Thüringen, Markgraf Dietrich dem Bedrängten von Meißen und
Erzbischof Engelbert von Köln sowie dem österreichischen Herzog Leopold VI., bis er schließlich ab ca. 1214 am Hofe Friedrich II. weilte. Nachdem er eine sichere Einnahmequelle ersehnt hatte (Von Rome vogt, von Pülle künec, lat iuch erbarmen daz man mich bi so richer kunst lat alsu armen), erhielt er etwa um 1220 von Kaiser
Friedrich II., den er dafür in einem Gedicht lobt, das langersehntes Lehen (I han min lehen). Das unfreiwillige Verlassen Österreichs und die bürgerkriegsähnlichen Umstände nach dem plötzlichen Tod Kaiser Heinrichs VI. (1197) veranlaßten ihn, sich kritisch mit der Zeitströmung auseinanderzusetzten und politische Texte zu verfassen.
Obwohl abhängig von seinen “Arbeitsgebern”, scheute er sich nicht, Kritik zu äußern. Er unterstützte die kaiserlichen Kreuzzugspläne u.a. in seinem Palästinalied, hat er daran aber wohl nicht teilgenommen. In über 30 Quellen (z.B. in den
Kleinen und Großen Heidelberger Liederhandschriften und in der Weingartner Liederhandschrift) sind Texte von mehr als 100 seiner Lieder erhalten. Er galt schon zu seinen Lebzeiten (z.B. bei
Gottfried von Straßburg) und das ganze Mittelalter hindurch bis zu den Meistersingern als einer der herausragenden Liederdichter, geriet aber in Vergessenheit und wurde erst seit dem 18.Jahrhundert wiederentdeckt. Seine Gedichte politischen, didaktischen und religiösen
Inhalts stellen den Höhepunkt der mittelhochdeutschen Lyrik dar. In seiner Liebeslyrik wird das Ideal der “hohen Minne” problematisiert, die Idee einer gegenseitigen, gleichberechtigten Liebe propagiert. Sein Preislied diente Hoffmann von Fallersleben als Anregung für das Deutschlandlied. Darüber hinaus wurde er im Tannhäuser (1845) von Richard Wagner als Teilnehmer am Sängerwettstreit porträtiert. Hauptwerke: Inschrift:
Her Walther von der Vogelweide/swer des vergaeze, der taet mir leide.
Würzburg, Neumünster, Kreuzgang Lusamgärtlein



Paris, Cimetière du Père Lachaise
Hinweis: Andreas-Salomé wurde im Grab ihres Mannes (zunächst ohne Hinweis auf dem Grabstein) beigesetzt.




Zustand 1976

